Rundschwingvibrations vs. Linearschwingvibrations

Date: Oct. 12, 2026

Vibrationssiebe lassen sich nach verschiedenen Kriterien klassifizieren. Nach der Bewegungs­bahn des Siebguts werden sie in Rundschwing­siebe und Linearschwing­siebe unterteilt. Beide Typen gehören zu den gängigsten in der täglichen Produktion. Im Folgenden erfahren Sie, worin sich die beiden Bauarten unterscheiden.

Circular vibrating screen Linear vibrating screen

Funktionsprinzip

1. Rundschwingensieb

Der Motor treibt über einen Keilriemen den Exzenterblock des Vibrationsgenerators an, der eine Hochgeschwindigkeitsrotation erzeugt. Dabei entsteht eine große Zentrifugalkraft, die den Siebkasten zu einer Kreisbewegung mit definierter Amplitude anregt. Das auf dem Sieb liegende Material wird durch die vom Siebkasten auf der geneigten Siebfläche übertragenen Impulse in eine kontinuierliche Wurfbewegung versetzt. Wenn das Material die Siebfläche berührt, werden Partikel, die kleiner als die Maschenweite sind, durch das Sieb hindurchgelassen, um die Klassierung zu erreichen.

2. Linearschwingensieb

Als Vibrationsquelle dient ein Unwuchtmotor, sodass das Material auf dem Sieb nach oben geworfen und gleichzeitig geradlinig vorwärts bewegt wird. Die Materialien treten gleichmäßig aus dem Dosiergerät in den Einlauf der Siebanlage ein und passieren das mehrstufige Sieb. Dabei entstehen mehrere Fraktionen von Überkorn und Unterkorn, die jeweils über ihre eigenen Auslässe abgeführt werden.

Circular vibrating screen

Vergleich der Unterschiede

1. Bewegungsablauf

Das Material auf dem Rundschwingensieb bewegt sich in einer kreisförmigen Bahn, während das Material auf dem Linearschwingensieb geradlinig vorwärts transportiert wird.

2. Schwingungserreger

Das Rundschwingensieb wird auch als Einwellenschwingensieb bezeichnet, da der Erreger eine Welle ist und mit einem Unwuchtmotor arbeitet. Der Erreger des Linearschwingensiebs besteht aus zwei Wellen und funktioniert nach dem Prinzip der Vibrationsmotorenanregung; daher wird es auch als Zweiwellenschwingensieb bezeichnet.

Linear vibrating screen

3. Verstopfungsphänomen

Das Material des Rundschwingensiebs bewegt sich auf einer parabolischen Kreisbahn über die Siebfläche, sodass es möglichst gleichmäßig verteilt wird und die Aufprallkraft des Materials erhöht wird. Auch im Siebloch verklemmtes Material kann dadurch herausgeschleudert werden, was das Verstopfungsrisiko deutlich reduziert.

4. Installation und Layout

Aufgrund der geringen Neigung der Siebfläche beim Linearschwingensieb ist die Gesamthöhe des Siebs geringer, was eine kompaktere und effizientere Prozessgestaltung ermöglicht.

5. Neigung der Siebfläche

Je nach Partikelgröße des Materials kann die Neigung der Siebfläche beim Rundschwingensieb angepasst werden, um die Transportgeschwindigkeit des Materials auf der Siebfläche zu optimieren und die Durchsatzleistung des Siebs zu steigern. In der Praxis weist die Siebfläche von Linearschwingensieben in der Regel eine relativ geringe Neigung auf.

Circular vibrating screen

6. Material

Unter normalen Bedingungen besteht der Rundschwingensieb aus dickeren Platten, und der Siebkasten wird aus Manganstahl gefertigt, um den Materialbelastungen während des Siebprozesses standzuhalten. Für die Herstellung von Linearschwingensieben werden hingegen überwiegend dünnere Bleche oder Edelstahlbleche verwendet.

7. Einsatzbereiche

Das Rundschwingensieb ist für die Siebung von Materialien mit hoher Dichte, großen Partikeln und hoher Härte konzipiert. Es findet breite Anwendung im Bergbau, in der Kohleindustrie, in Steinbrüchen und anderen Bereichen der Rohstoffgewinnung. Das Linearschwingensieb eignet sich dagegen vorwiegend für feine Partikel, Materialien mit geringer Dichte und niedriger Härte. Typischerweise handelt es sich dabei um trockene Pulver, feinkörnige oder mikronisierte Materialien, die häufig in der Lebensmittel-, Chemie-, Baustoff- und Pharmaindustrie eingesetzt werden.

Linear vibrating screen

8. Durchsatzleistung

Beim Rundschwingensieb ist der Erreger oberhalb des Schwerpunkts des Siebkastens angeordnet. Die große Achse der Ellipse an beiden Enden des Siebkastens weist eine nach unten gerichtete „Acht“-Form auf. Am Einlaufende zeigt die obere Seite der großen Ellipsenachse in Richtung des Auslaufs, was eine schnelle Materialverteilung begünstigt. Am Auslaufende ist die obere Seite der großen Ellipsenachse entgegengesetzt zur Auslaufrichtung ausgerichtet, wodurch sich die Bewegungsgeschwindigkeit des Materials reduziert. Dies fördert das Durchdringen schwer zu siebender Materialien. Zudem vergrößert die gewölbte Siebfläche die effektive Siebfläche und steigert so die Durchsatzleistung.

9. Umweltschutz

Das Linearschwingensieb kann mit einer vollständig geschlossenen Bauweise ausgeführt werden, um Staubaustritt zu verhindern, was dem Umweltschutz besonders zugutekommt.

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